St. Moritz lässt die Skipasspreise floaten

Wie bei Ryanairs Flugtickets: Der Preis für einen Skipass ist nicht mehr fix, sondern bemisst sich am Zeitpunkt des Kaufs und der Zahl der erwarteten Gäste am jeweiligen Tag.
Wer hat’s erfunden? Egal, es sind jedenfalls Bergbahnen in der Schweiz, die aktuell verstärkt auf  flexibles Pricing setzen. Erst kam Saas-Fee mit einer Crowdfunding-Aktion, dann die Pizolbahnen mit wetterabhängigen Tagesskipasspreisen und Andermatt-Sedrun mit “dynamischen Preisen”. Die Idee war offenbar nicht nur innovativ, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich. Und so schwenkt für den kommenden Winter das nächste Branchen-Schwergewicht auf das dynamische Preismodell ein: die Bergbahnen im Oberengadin. Der Tagesskipasspreis in den Skigebieten rund um St. Moritz wird mit dem zeitlichen Abstand zwischen Buchung und Nutzung und mit der Zahl der Gäste floaten, die für diesen Tag bereits gebucht haben.

30 Prozent Rabatt für alle Frühbucher

Das neue Preismodell heißt “Snow Deal” und soll «eine Belohnung für jene Gäste sein, die sich im Vorfeld Gedanken über ihre Ferien im Engadin machen und bei ihrer Planung den Skipass gleich mitbuchen», erklärte Bergbahnchef Markus Meili auf einer Pressekonferenz in Zürich. Konkret werden Tagesskipasskäufe bis 15 Tage vor dem Aufenthalt immer mit 30 Prozent Rabatt auf den Standardpreis abgegeben.
Der Tagespreis hängt an der Zahl der Gäste, die bereits einen Skipass gelöst haben. Und davon, wie viel Gäste aufgrund der bisherigen Erfahrungen erwartet werden. An nachfrageschwachen Tagen ist es so möglich, bei frühzeitiger Buchung für 45 Franken einen Tag im Skigebiet zu verbringen. Grundsätzlich gilt fortan: Je später man bucht und umso mehr Leute kommen, umso höher ist der Preis.
Nach oben ist die Preisspanne offen: Aufgrund der bisherigen Erfahrung gehe man davon aus, dass es an den bestfrequentierten Tagen an der Bergbahnkasse bis zu 105 Franken kosten werde, sagte Markus Moser von der Corvatsch AG. Letztlich sollen die Durchschnittspreise aber gehalten werden, hoffen die Engadiner Bergbahnoberen.

(hwr)

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