Der berüchtigte Glaslhang der Skiroute am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner Rodrian

Wallberg am Tegernsee: Aussichtsreiche Freeride-Abfahrt

Hat der Wallberg noch ein Alpinskigebiet? Ja und nein. Offiziell wurde bereits in den 1990er-Jahren der Skibetrieb eingestellt. Drei alte Schlepplifte rosten seitdem oben am Berg vor sich hin. Seit 2009 wird auch die Talabfahrt nicht mehr präpariert. Die Bergbahn setzt seitdem nur noch auf Spaziergänger und Rodler. Wer mit Ski in die Kleinkabinenbahn einsteigen will, den fragt die nette Kassiererin an der Talstation extra noch mal, ob man die Verhältnisse insgesamt kennt und sich den Glaslhang im Speziellen zutraut. Tageskarten gibt es nicht, mehr als drei Fahrten am Tag (zum Preis von 28 Euro) traut man offenbar auch den Cracks nicht zu.

Mit deutlich vernehmbarem Ächzen setzt sich die Bahn aus dem Jahr 1961 in Bewegung (die Kabinen wurden 1995 mal ausgetauscht). 20 Minuten braucht sie für die 825 Meter Höhenunterschied – viel Zeit, um während der Fahrt den Tegernsee zu bewundern (falls das Wetter passt) und bald nach dem Start rechts die von der Bahn aus wirklich grimmig aussehende Rinne des Glaslhangs zu inspizieren. Ungewarnt verirrt sich also niemand auf die ehemalige Standardabfahrt, die heute einfach Skiroute heißt.

Oben angekommen, wird sich wohl jeder erst mal umschauen: Der Wallberg ist und bleibt einer der schönsten bayerischen Aussichtsberge. Und dann geht’s los, vorbei an einem letzten Warnschild, dass ab hier nur noch unpräpariertes Gelände folgt. Die vielen Warnungen haben durchaus ihr Gutes: Dadurch haben die wenigen Skifahrer die Abfahrt so gut wie für sich allein. Zunächst fährt man auf dem zwar knackigen, aber breiten Starthang. Bald ist kein Mensch mehr zu sehen, die Stimmung wird geradezu mystisch, die Fahrt durch den Wald zwischen vereisten Bäumen märchenhaft.

Der berüchtigte Glaslhang der Skiroute am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner Rodrian
Der berüchtigte Glaslhang der Skiroute am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner Rodrian

Schmale Flachstücke wechseln mit mittelschweren Hängen. Wer mag, der nimmt bald nach dem Starthang noch links die Variante durch den buckligen Erlenhang mit. Der ist bei Neuschnee ein Genuss, sonst gern beinhart und vereist und doch nur ein Vorgeschmack auf die eigentliche Schlüsselstelle: den Glaslhang.

Wenn er von oben auch nicht mehr ganz so wild wirkt wie beim ersten Blick von der Kabine, so bleibt die schmale Rinne im Wald doch eine Herausforderung, zumal der Name den Pistenzustand schon voraussagt: Genau an den Stellen, wo man zwingend schwingen muss, ist es fast immer eisig. Eine Umfahrung gibt es nicht, nur einen schmalen Serpentinenfußweg, der von den Tourengehern für den Aufstieg genutzt wird. Als noch mal konzentrieren und durch! Schließlich hat einst Toni Sailer anno 1954 die komplette Abfahrt in 2:25 Minuten geschafft. Nachdem der Glaslhang erfolgreich gemeistert ist, wird man mit einem besonders idyllischen Schlussstück durch den Wald und vorbei an einem rauschenden Bächlein belohnt.

Kabinenbahn am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner RodrianSkiroute am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner RodrianSkiroute am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner RodrianSkiroute am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner RodrianDer berüchtigte Glaslhang der Skiroute am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner RodrianRodelbahn am Wallberg, Rottach-Egern. Foto: Hans-Werner Rodrian

Infos: www.wallbergbahn.de

Julia Rodrian, Hans-Werner Rodrian

Der Wallberg im Web-Viewer von „Schnee und mehr – Der Skiatlas“: Tegernsee/Wallberg

Hier ein etwas sehr langes Video einer Wallbergabfahrt – einen Eindruck gibt es.

 

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