Gerlitzen: Breite Pisten mit Seeblick

Das ist echter Luxus. Vom Bett auf die Piste. Katzenwäsche, zum frisch gepressten Orangensaft ein Croissant auf die Hand und direkt in den Skikeller. Hotelier Franz Pacheiner hat genau im Blick, wie man am Morgen für zwei Abfahrten die Gerlitzen ganz für sich allein hat. Die Bedingungen sind perfekt. Die Piste ist griffig und zunächst nur der herrliche, ganz fein gerippte Teppich, den die Loipengeräte letzte Nacht über den Villacher Hausberg gelegt haben. Ganz leise zischt es unterm Belag, wenn die Ski in weiten Bögen über den menschenleeren Hang ziehen. Perfekte Bedingungen zum Carven. Nur das Licht ist ein bisschen diffus, aber bei den Verhältnissen stört das kaum.

Wir schwingen hinunter zur Kanzelhöhe. Eine Schulklasse macht sich an der Talstation bereit, sonst ist noch nicht viel los. Im Sessellift geht es hinauf zum 1911 m hohen Gipfel, an dem die Lifte von allen Seiten zusammen kommen. Über die baumlose Kuppe des Nockbergs bläst der Wind. Allerdings deutlich sanfter als angekündigt. Die zweite Fahrt geht – windgeschützt durch den Wald – hinunter zum Neugarten. Eine leichte breite Piste direkt unterm Lift macht Lust auf mehr. Durch ein Waldstück von der allgemeinen Piste getrennt liegt die Speedstrecke. Alle miteinander in bestem Zustand und ein echtes Vergnügen.

Nach dem Frühstück am knisternden Kamin geht’s wieder hinaus. Nicht so oft in Richtung Wörtherseebahn, weil dort der Blick zwar beeindruckend und die Varianten abwechslungsreich sind, der Wind aber noch unangenehm bläst. Dafür mit großem Genuss alle anderen Varianten. Die lange hinunter nach Klösterle. Die sonnenbeschienenen Richtung Kanzelhöhe, die immer wieder den Blick hinunter auf Villach frei geben. Vor dem Start in die noch immer salopp als Energieferien bekannten österreichischen Winterskitage ist es ruhig. Schnee gibt es genug, für eine griffige Piste ist es kalt genug aber nicht so kalt, dass es beim Fahren unangenehm wäre. Weil alle Wege wieder zurück auf den Gipfel führen, kann man jedes Mal spontan entscheiden, wo auf den 42 überwiegend mittelschweren Pistenkilometern es hinunter gehen soll. An der Mittelstation Kanzelhöhe gibt es einen Snowpark. Für Pausen zwischendurch laden überall im Gebiet kleine, gemütliche Hütten ein.

www.gerlitzen.com

Heidi Siefert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.