Gerlitzen: Dem Himmel ganz nah im Alpinhotel Pacheiner

Die Anfahrt war mühsam. Jetzt endlich die Gerlitzen, Villachs Hausberg, auf dem nur ein paar Meter unter dem Gipfel das Pacheiner steht. Ein traditionsreiches Haus mit sehr vielen sehr schönen Seiten. Vielleicht die allerschönste ist der Pool. Mit dem Eintauchen ins dampfende Wasser sind Stellwerkfehler, Chaos im Bahnverkehr, ausgefallene Züge und verpasste Anschlüsse augenblicklich vergessen. Stattdessen wird das Vergnügen mit jedem Schwimmzug Richtung Abendhimmel größer. Links und rechts türmt sich der Schnee. Geradeaus schwimmt man direkt auf den Himmel zu, bis einem ganz vorne am Überlauf das Lichtermeer Villachs zu Füßen liegt.
1931 von Franz Pacheiner sen. an exponierter Lage knapp unter dem Gipfel eines der südlichsten Nockberge als Görlitzenhaus erbaut, ist das vor einigen Jahren zum Alpinhotel erweiterte und umgebaute Gebäude heute ein besonderes Refugium. Behutsam ans alte, gedrungene Berggasthaus mit Walmdach und großer Terrasse schmiegt sich der Neubau. Holzfassade, große Fenster und gläserne Balkons für den vollen Genuss des Bergpanoramas, eine beeindruckende Sternwarte auf dem Dach und besagter Infinite Pool, der allein den Weg lohnt.
Auf der Bergstraße, die von Arriach herauf auf einer Schneepiste zwischen hohen Schneewänden verläuft, geht es bis direkt vors Haus. Gleich neben dem Eingang ist die Garage für den Pistenbully. Das 300 PS starke Kraftpaket kann man beim Bullyfahrkurs auch selbst steuern; eines von vielen besonderen Angeboten im Haus. Dazu gehören auch eine Spritztour mit dem Skidoo, eine Werkstatt für Modellflieger und „bitte nicht zu vergessen die Sternwarte, die ist der Magnet“, wie Astronom Hans Koechl betont, ehe er beim „besten Topfenstrudel auf diesem Planeten“ umgehend nachschiebt, dass sich das Sternengucken im Pacheiner gewaltig vom Mainstream abhebe. Technisch ausgerüstet vom Feinsten und nur eine Tür vom warmen Besprechungsraum entfernt steht unter der weißen Kuppel die größtmögliche Variante eines Teleskops, durch das man noch mit bloßem Auge direkt in den Himmel schauen kann. Zusammen mit seiner Frau und Kollegin Ingrid Krobath-Koechl gewährt er Besuchern hier einen Einblick in eine faszinierende Welt. Hausgästen, interessierten Passanten und Kollegen, die sich nächteweise einmieten können.
Man muss hier droben aber nicht zwangsweise in die Sterne gucken. Chefin Petra Pacheiner ist jeden Tag aufs Neue vom Blick aus 1990 m über Nockberge und Karawanken begeistert. Den hat man von jedem der klar und gemütlich möblierten Zimmer und Appartements aus und natürlich von der großen Terrasse. So schön das draußen alles ist. Auch drinnen lohnt es sich, den Blick schweifen zu lassen. Vor allem in der Gaststube, in der noch das alte, vom Vater nach dem Mond am Neugarten geschlagene Lärchenholz die Optik dominiert. Am großen Ölgemälde in einer der gemütlichen Ecken bleibt der Blick ebenso irritiert hängen, wie hinter einer Eckbank im Nebenraum. Erinnerungen daran, als die Alliierten im Zweiten Weltkrieg das von der Deutschen Luftwaffe als Horchposten besetzte Haus beschossen. „Danach hat man vom Keller durch die Löcher rauf schauen können“, erinnert sich Pacheiner an die Erzählungen der Eltern. Tagsüber kommen die Skifahrer hierher wegen der knusprigen Holzofenpizza und der Kärntner Spezialitäten. Abends werden die Hausgäste vom englischen Koch mit dem alpenländischen Akzent verwöhnt und schwärmen von den Tagen im Schnee, die – ob Skifahrer, Winterwanderer oder Schneeschuhgeher – direkt vor der Haustür beginnen und ganz weit weg vom Alltag sind.

www.pacheiner.at

 

  

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