St. Anton am Arlberg: Die Neue am Schindlergrat

Wer links zusteigen will, der outet sich als “Experte”; rechts dürfen auch “Familien” einsteigen. So verlangt es unmissverständlich ein Schild an der Talstation der am vergangenen Wochenende eröffneten Schindlergratbahn über St. Anton. Das haben die Arlberger Bergbahnen also schon mal clever eingefädelt bei ihrer neuesten Bergbahn. Denn natürlich sammelten sich bereits am Eröffnungstag jede Menge Hobby-Instagrammer vor dem Experten-Schild und machten zuhauf unbezahlte Werbung in den Social-Media-Kanälen. Und nach dem Experten-Selfie kann man ja immer noch unauffällig zum Familien-Zustieg wechseln …

Die neue Bahn ist gut 400 Meter länger als die Vorgängerin

Die zwei Zustiege haben natürlich einen praktischen Hintergrund: Die neue Kabinenbahn wurde im Vergleich zu ihrem legendären Vorgänger-Sessellift um gut 400 Meter verlängert; sie landet nun auf einer sanften Kuppe, die zuvor nur als Ausstiegsstelle des wenig befahrenen Valluga-Schlepplifts gedient hatte. Dort startet die Valfagehr-Piste, vor der trotz ihrer imposanten neun Kilometer Länge auch (sportliche) Familien keine Panik haben müssen.

Damit aber die Variantenfahrer weiter wie gewohnt zu den beiden berühmtesten Tiefschneehängen von St. Anton gelangen, öffnet ein Teil der Kabinen die Türen auch schon an der Zwischenstation, die genau am Standort der früheren Sesselbahn-Bergstation platziert ist. 

Spektakulärer Blick von der Zwischenstation

Und dort hat man tatsächlich einen spektakulären Blick: Richtung Westen geht es über hundert Meter tief in eine grimmige Rinne; ostwärts rücken sich die Cracks noch mal die Skibrille zurecht, um sich dann in die Pulverpfründe von Schindlerkar und Mattunjoch zu werfen. Präpariert wird dort natürlich nichts, und so wird aus dem Tiefschneedorado bald ein Buckelpisten-Inferno. 

Wer nun trotz Warnung in der falschen Reihe anstand und aus Versehen an der Mittelstation ausgestiegen ist, der muss trotzdem nicht in Panik geraten: Außer den beiden hochalpinen Skirouten gibt es auch von der Zwischenstation eine ganz gewöhnliche, rot markierte Abfahrt, die ebenfalls in die Valfagehrpiste mündet. Und umgekehrt lässt auch die Endstation der neuen Schindlergratbahn praktisch alle Optionen: Zu den Abfahrten am Mattunjoch kommt man von dort fast sogar besser. Und vom Schindlerkar verliert man auch nur den Eintiegshang.

Auffahrt zu schroffen Felsnadeln

So kann jeder unbekümmert wählen, ob er unten lieber bei Experts oder bei Familys einsteigt. Doch egal, wofür man sich entscheidet: Bei der Auffahrt macht es in jedem Fall Sinn, nicht nur über die folgenden Abfahrten zu sinnieren; denn das Panorama dieser Bahn ist schon echt gigantisch: Je näher die Kabine sich der Schindlerspitze nähert, umso näher kommen die schroffen Felsnadeln. Und dreht man sich um (was bei der früheren Sesselbahn schwierig war), erstreckt sich da die gesamte Kette der Silvretta. 

Und so beweist das Schindlerkar in beiden Richtungen seine Vielseitigkeit: Beim Hochfahren entdeckt man auch nach einem dutzend Malen immer noch etwas Neues. Und talwärts locken ja nicht nur Schindlerkar und Mattunjoch, sondern mit der Valfagehr auch eine himmlisch familiäre Traumpiste, über 1250 Höhenmeter vorbei an Ulmer Hütte und Alpe Rauz bis Stuben. Sie hatten also recht, die Schilder beim Zustieg in die neue Bahn: Sie lohnt sich für Experten wie für Familien.

hwr   

Info: Die Schindlergratbahn erreicht man von St. Anton über Galzigbahn und Arlenmähderabfahrt.

Hier geht es zum interaktiven Pistenplan der Arlberger Bergbahnen.

Und hier geht es zum Beitrag über St. Anton in Schnee und mehr Der Skiatlas.

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